Beiträge zur Geschichte sämtlicher Pfarreien der Diözese Trier

von Dr. Philipp de Lorenzi (Domdechant und Bischöflicher Offizial)
Abschrift aus der Ausgabe Trier 1887.

* Die unterlegten Begriffe werden nach Mausklick näher erläutert *

Pfarrei Kirchhof

Ursprünglich hieß die Pfarrei nach dem Hauptort Altrich Altreie oder Altreia, Altrei. Erst 1569 wird sie Kirff (abbreviiert von Kirchhoff) oder Altrich genannt, von 1669 an nur noch Kirchhoff. Erzbischof Rotbert von Trier hatte bei Altrei eine bedeutende Besitzung (sedes  nostra) und übergab im Jahre 952 von dem an dieselbe anstoßenden Herrenland dem erzstiftischen Maier  Wydo einen Teil zur Anlage von Weinbergen. Die Abtei Himmerode besaß 1152 den Hof Altreia und Hart und machte 1157 mit dem Pfarrer von Altreia einen Vertrag in betreff des Zehnten von ihren im Pfarrbezirk gelegenen Gütern. Über diesen Vertrag fand mit Eberhard von Neumagen, dem Nachfolger des Pfarrers, 1179 eine weitere Verhandlung statt. Schon der Name des letztgenannten läßt vermuten, daß wir es hier nicht mit einem dienstthuenden Pfarrer, sondern mit einem Personatisten zu thun haben.

Die Visitation der Pfarrei Kirff oder Altrich von 1569 hatte folgendes Ergebnis:

Der Pfarrort gehörte zum Landkapitel Piesport und hatte die jetzige Pfarrei Platten, sowie die jetzige Filiale von Clausen, Polenbach (Polbach) zu Tochterkirchen. Kollator des Personats war der Erzbischof, Patron der heilige Andreas. Die Pfarrkirche besaß 3 Altäre, 3 Kelche und 1 Monstranz. Der Pleban bezahlte dem Personatisten 40 Goldgulden als Pension und hatte dafür alle Lasten, Subsidien und Schatzungen zu tragen. Derselbe bezog auch von 1/3 des Zehnten in Platten und Altrich 16 Malter Korn und Hafer, 1/2 Fuder Wein, 8 Fuder Heu und im Hart 4 Malter Korn und Hafer.
In der Kapelle Polenbach, deren Patronin die heilige Margaretha war, celebrierte er viermal im Jahre. Gemäß dem Bis.=Prot. von 1669 gehörten zum Personat Kirchhoff 385 Komm. Der Altar der allerseligsten Jungfrau war mit einer Rente von 7 fl. fundiert und diente als Ordinariats-Titel. Zehntherren waren zu 2/3 die Domvikare in Trier und zu 1/3 der Pleban. Dieser hatte die Verpflichtung, an 2 Sonntagen in der Pfarrkirche und am 3. in Platten Amt und Christenlehre zu halten. Ein Anniversar von Leiwen Thison war mit 27 fl. fundiert, ein anderes von Hilligers Dionys war gestiftet, aber ohne Unterpfand. Das Wittum in Altrich bestand in 8 Mn Land und in Wiesen zu 2 Fud. Heu.
Die Filiale Platten, welche schon längere Zeit auf den Titel Pfarrei Anspruch erhoben hatte und oft Sitz des Personatisten gewesen war, wurde 1793 zur Pfarrei und dann auch 1803 zur Sukkursal-Pfarrei  erhoben, Polbach aber 1803 zu Clausen geschlagen.

Die Pfarrkirche zu Kirchhof, deren Chor aus dem 15. Jahrhundert, und deren Schiff aus dem Ende des 16 Jahrhundert stammt, hat 1720 einen neuen Turm erhalten. Den Altar der heiligen Barbara hat der frühere Pfarrer Wentz, dann Rektor zu Cues, 1706 als Denkmal seiner Mutter Eva Esch errichtet. Die Kirche ist noch dem heiligen Andreas geweiht und hat 3 Altäre, 2 Glocken, 2 Kelche und 1 Ciborium mit silbernen Kuppen. Die Kapelle zu Altrich ist 1720 erbaut und dem hl. Quirinius geweiht, das Oratorium zu Haardt dem hl. Bernhardus. Die Fabrik  besitzt kein liegendes Gut, die Pfarrstelle dagegen 26 Morgen Land und 7 Morgen Wiesen. Der Pfarrzusatz beträgt 500 Frs. und 12 Malter Korn, 100 Zentner Heu und 60 Zentner Stroh. Das Pfarrhaus ist gut. Die Seelenzahl beläuft sich auf 720.

Series der Personatisten:

1179

Everhard v. Numagen;

1237

Theoderich v. Ulmen, Domherr in Trier;

1269

Meffrid, Sohn des Ritters Friderich von Numagen;

1569

Michael, Probst in Neunhußen;

1625

Dam. Heinr. v. Metternich;

1652

Loth. Friedrich v. Metternich;

1656

Joh. Holler, Offizial in Coblenz;

1669

derselbe als Weihbischof;

1692

Loth. Friedrich v. Kollingen;

1700

Karl Wolfg. Heinr. v. Kollingen.

 

Series der Plebane  und Pfarrer:

1157

Gylbert; Godefrid;

1293

Hermann;

1357

Wilhelm;

1468

Johannes;

1569

Hub. Frederici;

1624 - 60

Joh. Ensch;

1660 - 93

Pet. Lucas;

1694 - 95

Gottfr. Ballmann;

1696 - 1703

Peter Wentz;

1703 - 1711

Joh. Hugo Schannen;

1712 - 1724

Frz Thor;

1734 - 1747

Joh. Jos. Cönen;

1752 - 1794

Melchior Otto;

1794 - 1826

Balth. Servatius;

1826 - 1843

Arn. Klinkhammer;

1843 - 1880

Jak. Tiex;

1884 - jetzt

Joh. Cölln, Hilfsgeistlicher.

 

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