Geheimzeichen
Fisch
Der
Fisch – das Zeichen unserer Kommunionkinder in diesem Jahr.
Der Fisch – geheimes Zeichen der verfolgten Christen im 4. Jh. n.
Chr.
Auch heute gibt es zwar – wie wir immer wieder erfahren müssen –
Länder, in denen Christen verfolgt werden oder Repressionen erwarten
müssen. Bei uns in unserem zivilisierten Europa ist das – Gott sei
Dank – lang schon Geschichte.
Oder doch nicht? Zwar wird hierzulande keiner für seinen Glauben
hinter Gitter gesperrt und sogar im Osten können Christen heute frei
ihren Beruf wählen ...
- doch welcher Jugendliche kann heute in seiner Schulklasse von
Klassenkameraden Anerkennung dafür erwarten, Messdiener zu sein? -
So etwas erzählt man unter Gleichaltrigen lieber nicht, sonst wird
man eher belächelt oder bedauert.
- und ehrlich – wer von uns noch überzeugten Christen, die wir zu
Hause vor dem Essen beten und Gott für die Gaben danken für das,
was er uns schenkt – wer von uns traut sich das auch in einem
Restaurant zu ? - Wie sieht das denn aus? Und es könnte doch
vielleicht andere stören?
- und wer fühlt sich heute verpflichtet, jeden Sonntag zum
Gottesdienst zu gehen, wo doch einmal in der Woche die Familie
zusammen frühstücken kann; ein Spiel des Vereins oder eine
Veranstaltung des Kindergartens stattfindet?
Sich " zum Christsein bekennen" – sollte es etwa auch in
unserer Gesellschaft wieder Mut erfordern?
So wünsche ich uns allen den Mut der ersten Christen
- unseren Kommunionkindern den Mut, den begonnenen Weg weiterzugehen
und sich immer wieder eingeladen zu fühlen zum Tisch des Herrn,
auch wenn es vielleicht nicht "in" ist.
- uns Erwachsenen den Mut, uns immer wieder neu auf Gottes Botschaft
einzulassen und das, was wir davon verstanden haben, in unserem
Leben umzusetzen, auch wenn es manchmal unbequem scheint.
- uns Hauptamtlichen den Mut, immer wieder das Glaubensgespräch mit
Erwachsenen zu suchen und sie zur Weitergabe ihres Glaubens zu
befähigen, auch wenn wir mit diesem Ansatz ab und zu anecken.
Dorothea Berresheim
Gemeindereferentin
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