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Im letzten Pfarrbrief ging es um die eine Hl. Messe am Wochenende in jeder Gemeinde unserer Seelsorgeeinheit - aus pastoral-theologischen, aber auch praktischen Gründen. Aus der räumlichen Nähe der einzelnen Gemeinden und dem zusätzlichen Angebot in
St. Paul sind wir eigentlich im hiesigen Raum "verwöhnt" - zumal wenn ich dies mit anderen Gegenden vergleiche.
Aber es geht mir hier nicht in erster Linie um diese mehr faktisch-praktischen Gründe, sondern um das, was dahinter steht. Wir können unseren Glauben, unser Christsein nicht alleine und vereinzelt leben und gestalten. Es gehört immer der andere, die Gemeinschaft dazu. Deshalb ist und wird auch Kirche immer ihren Sinn und ihre Notwendigkeit behalten. Es wäre aber eine unzulässige Verengung und Einseitigkeit, wenn das Kirchliche zu sehr oder gar ausschließlich liturgisch oder kultisch gesehen und gelebt würde. Schon zu Anfang, in der sogenannten Urkirche, hat es das Bemühen gegeben, den Dienst der Verkündigung und den "Dienst an den Tischen" (vgl. Apostelgeschichte 6,1-7), was wir heute alles unter Caritas verstehen, angemessen auszuüben.
Die ersten Christen haben ja noch selbstverständlich am Gottesdienst und
den Gebeten der Synagoge teilgenommen, und sich dann noch in den Häusern getroffen, um von Jesus zu erzählen und dann "am ersten Wochentag" auch
das "Brot zu brechen" = Eucharistie zu feiern (Apg 20,7). All dies war untrennbar verbunden mit dem Alltagsleben der Gemeindemitglieder, in dem Freud und Leid, Arbeit und Fest auch und direkt im Gebet und Gottesdienst zur Sprache kamen. Das heutige "Eucharistische Hochgebet" (mit dem Höhepunkt der Wandlung durch das Herabrufen des Hl. Geistes) - was es in dieser ausdrücklichen Form natürlich noch nicht gab - wurde selbstverständlich frei formuliert und war eingebettet in die Verkündigung und Erzählung all dessen, was Jesus gesagt und gewirkt hatte. Der Gottesdienst dauerte mitunter Stunden und wurde "aktualisiert" durch Erfahrungs- und Glaubensberichte der Anwesenden, durch freies, spontanes Gebet, Lobpreis und Dank, d. h. das Leben der Menschen kam wirklich darin vor.
Ist uns da nicht im Laufe der Zeit Wichtiges und Wesentliches im Gottesdienst verloren gegangen? Bremsen uns die gutgemeinten und auch (teilweise) notwendigen Riten und Vorschriften da nicht aus - und schaffen so eine nicht gewollte, aber doch faktische Distanz zu unserem Leben heute und zu den Menschen, die mit mir/uns Gottesdienst "feiern"?
Haben Sie/habt Ihr dazu Ideen und Vorschläge oder
Fragen, die besprochen werden sollten?
Ihr/Euer Pastor
P. Heinz Schneider SVD |