Doch, es brennt weiter!
Das Versprechen war schon lange gegeben, nun wurde es
endlich Wirklichkeit, nämlich der von den Kindern lang ersehnte
Lagefeuerabend. Am wärmenden Feuer sitzen, die Würstchen genießen und
Geschichten erzählen, eng aneinander gerückt, das war ein großes
Erlebnis für die Kinder. Die hereinbrechende Nacht und wachsende
Dunkelheit um uns herum störte nicht, machte gar keine Angst. Unserer
Kinder waren ganz Feuer und Flamme, wie man so sagt. Ein toller Abend,
der doch nie vergehen sollte.
Doch leider, auch dieser Abend hatte ein Ende, denn es wurde irgendwann
Schlafenszeit.
Der nächste Morgen war immer noch erfüllt von der Freude und den
Erlebnisses des Abends, allerdings nun schon "abgekühlter".
Wir konnten uns ja nur noch davon berichten und erzählen. Dabei machte
sich bei unseren Kindern besonders eine große Enttäuschung breit. Das
große, wunderbar leuchtende und wärmende Feuer war erloschen. Der
gestrige Abend war nun wirklich nur eine nette Episode, eine
Familiengeschichte geworden.
Doch wollten sie sich damit nicht abfinden. Gleich nach dem Frühstück
rannten sie zur Feuerstelle. Sie bliesen mit aller Kraft in die Asche,
legten Späne hinein bemühten sich ununterbrochen um das Feuer. Und
wahrhaftig, es loderte erneut auf, gewann an Kraft und brannte
schließlich wie am Abend zuvor. Mit großem Eifer hatten sich die
Kinder ein Stück des scheinbar verloren gegangenen Abends wiederbelebt.

Liebe Gemeinde, wir feiern in diesen Tagen das
Pfingstfest.
Das Fest, an dem das Feuer des Heiligen Geistes
auflodert.
Das Fest, an dem die Herzen der Apostel vor Freude und Be-Geisterung
brennen.
Das Fest, das die Frohe Botschaft für die ganze Welt aufleuchten
lässt.
Das Fest, das uns Feuer und Flamme sein lässt für die Botschaft Jesu.
Aber nein, ich sehe kein Feuer, es ist erloschen.
Gestern, ja gestern hatte es gebrannt, aber heute? Nur noch kalte Asche,
blasse Erinnerung, eine Episode der Geschichte.
Oder sollte es doch noch glimmen, das Feuer des Glaubens?
Kommen Sie, blasen Sie mit in die Glut, lassen Sie uns Holz nachlegen,
gutes, bestes Holz. Holz aus
Freundschaft muss es sein, aus Geschwisterlichkeit, aus Freude, aus
Hoffnung und aus Liebe. Lassen sie uns das Feuer des Pfingstfestes, die
Begeisterung für die Botschaft Jesu Christi neu beleben.
Ihr Diakon G.Worring |