Fußballweltmeisterschaft 2002 Liebe Gemeinde und Fußballfreunde:Fußballweltmeisterschaft 2002

Vom 31. Mai bis 30. Juni 2002 findet die Fußballweltmeisterschaft in Japan und Südkorea statt. Wir hören wieder einen alten Schlager: "Fußball ist unser Leben. König Fußball regiert die Welt." Vielleicht ist Fußball für viele das Leben. Für viele ist Fußball mehr als ein Sport. Man sagt: Fußball ist eine Ersatzreligion, sogar Ersatzgott (Gott ist rund). Wir fragen uns: Ist Fußball unser Leben? Sicher nicht. Das Leben ist mehr - Fußball ist nur ein Teil davon. Fußball ist nur ein interessantes Phänomen unserer Freizeitgesellschaft – oder – "die schönste Nebensache der Welt", deswegen sollten wir besser singen: "Fußball ist wie unser Leben." Ich meine, Fußball kann uns etwas für unser gemeinsames Leben sagen. Fußball kann etwa wie ein Übungsfeld für unser Mensch- und Christsein werden. Fußball ist ein Lernfeld für Fairness und Partnerschaft, wo der andere als Nächster im christlichen Sinn respektiert und akzeptiert wird. Wie ein riesiger Fußballplatz ist unser Leben. Wie ein großer Schiedsrichter gibt Gott uns die Zeit zum Spielen. Für uns Christen heißt dieses Spiel "Leben aus dem Glauben". Als Gemeinde sind wir eine Mannschaft des Glaubens.

Fußball kann man nicht allein spielen. Man braucht eine Mannschaft mit verschiedenen Aufgaben. Da gibt es den Trainer, den Torwart, den Stürmer, Verteidiger, Mittelfeldspieler, usw. Alle haben ein Ziel: Wir wollen gewinnen – Tore schießen und den Sieg erringen. Jeder muss lernen, sich einzuordnen und sich einzusetzen für ein gemeinsames Ziel. Dieses Ziel erreicht man aber nicht immer; deshalb lernt man auch das Fertigwerden mit Sieg und Niederlage. In unserer Christenmannschaft gibt es auch verschiedene Aufgaben und Talente: Pfarrer, Küsterin, Messdiener, Pfarrgemeinde, etc. Unser gemeinsames Ziel heißt "zu Gott kommen und füreinander da sein". Dazu sollen wir immer wieder trainieren, das Gute zu tun und das Böse zu unterlassen. Wir sind alle füreinander verantwortlich. Keiner lebt für sich allein. Jede bemüht sich um das Wohlwollen des Teams. (Hier heißt das Wort "Team" nicht "Toll, Ein Anderer Machst’s).

Beim Fußball spielen mehrere zusammen, dabei wird auch manchmal unfair gespielt. Es gibt Fouls. Dann zeigt der Schiedsrichter die gelbe Karte als Verwarnung oder sogar die rote Karte, so dass der betroffene Spieler das Feld verlassen muss. Wir Christen machen auch Fehler. Unser Gewissen ist wie die gelbe Karte, die uns ermahnt. Die rote Karte zeigt Gott uns aber nicht. Er stellt uns nicht vom Platz. Er verzeiht uns immer. Er zeigt uns sozusagen eine grüne Karte, das heißt: Du hast eine neue Chance, um noch einmal anzufangen.

Wie die Fußballspieler müssen wir mit ganzer Energie spielen. Solange noch Zeit ist, müssen wir uns einsetzen, damit unser Leben gut wird. Gott gibt uns dazu die Kraft und die Ausdauer. Denn Gott will, dass wir in unserem Leben nicht verlieren, sondern gewinnen. Dazu verspricht Gott uns auch einen Preis. "Das Ziel vor Augen, jage ich nach dem Siegespreis: der himmlischen Berufung, die Gott uns in Christus Jesus schenkt" (Phil 3,14). Der Preis ist nicht ein goldener Pokal, die FIFA-World-Cup-Trophäe, sondern das ewige Leben. Wir hoffen, dass Gott in seiner Barmherzigkeit uns begegnet und uns die Siegestrophäe unseres Glaubens überreichen wird. Von einer Mannschaft junger Christen in Ghana/Afrika stammt dieses Gebet:

"Herr, lass uns fair spielen. Lass unser Spiel in deinen Augen gut sein. Lass unser ganzes Leben ein faires Spiel sein, eine Freude für dich und die Mitmenschen. Lass uns gewinnen, wenn du es willst – hier im Spiel – und wenn das Spiel und unser Leben zu Ende sind."

Ihr P. Fidelis Regi Waton SVD

 

 


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