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Liebe Gemeinde,
 am
8. Juni, also am Pfingstsonntag, feiern wir die Primiz (Erste Hl. Messe)
des jungen Steyler Missionars Roberto Alda. Man
hat mich gefragt, warum hier bei uns? – wir kennen diesen Neupriester
doch gar nicht. Da haben Sie recht. Deshalb möchte ich kurz erklären,
warum wir Roberto eingeladen haben, in St. Peter – und nicht im
Missionshaus St. Paul – mit uns die Hl. Messe zu feiern.
Wir haben am 11. Mai – mit
Erstkommunion und Muttertag – den Weltgebetstag der Geistlichen Berufe
gefeiert, der in diesem Jahr unter dem Thema stand: "Dem Evangelium
d ein Gesicht geben". Wir leben als Kirche in Deutschland
und Europa in einer epochalen Zeitenwende. Neben vielen anderen
Veränderungen stellen wir – klagend oder realistisch – fest, dass
bei uns die geistlichen Berufungen sehr stark zurückgegangen
sind – und auch noch zurückgehen. Deutschland selbst ist zu einem
Missionsland geworden. Nach einem Dokument der Deutschen
Bischofskonferenz leben wir in einer "Zeit der Aussaat". Um
diese Aufgabe angemessen erfüllen zu können, müssen wir besonders
"auf den Geist hören" (so das Leitwort des Generalkapitels
2000 der Steyler Missionare) und dürfen uns nicht ängstlich
verschließen, wie die Jünger nach der Erfahrung der Kreuzigung Jesu.
Sie fanden erst ihren Weg nach "draußen", als der
pfingstliche Geist sie beseelte und aussandte. Menschen aus aller Welt
wurden damals von diesem Geist erfüllt. Die Apostel ließen sich von
ihm in "alle Welt" aussenden, um das Evangelium Gottes allen
zu verkünden.
Missionare gelangten im Laufe der Zeit "bis an
die Grenzen der Erde" – heute wieder sogar nach Europa. Die
Theologie hat immer an dem universellen Anspruch des Evangeliums
festgehalten, und darum ist auch Mission nicht in unsere Beliebigkeit
gestellt; sie bleibt ein wesentlicher Auftrag der Kirche. Sie darf sich
weder national noch kontinental abschließen. Dies haben vor allem auch
die internationalen Missionsorden deutlich gemacht und zu leben
versucht. Missionarinnen und Missionare aus anderen Lokalkirchen und
Kulturen können und sollen dazu ihren Beitrag leisten; sie sind nicht
hierhin gekommen, um einfach nur Löcher zu stopfen .... sondern sie
machen diese universelle Sendung und Katholizität der Kirche deutlich.
Dies geschieht eben nicht nur abstrakt in
theologischen Konzepten, sondern ganz konkret z. B. in der Person dieses
jungen Missionars und Neupriesters.
Danken wir mit ihm Gott für diese Berufung und für
sein "Ich-bin-bereit" – konkret hier in Deutschland in
seinem missionarisch-priesterlichem Dienst als Steyler Ordenschrist.
Roberto, dir herzlichen Glückwunsch und Gottes Segen
für dein Wirken!
P. Heinz Schneider SVD, Pastor |