Primiz in St. Peter, Pfingstsonntag, 8. Juni 2003

Liebe Gemeinde,

Mission verbindet - Gottes Geist liebt alle Menschenam 8. Juni, also am Pfingstsonntag, feiern wir die Primiz (Erste Hl. Messe) des jungen Steyler Missionars Roberto Alda. Man hat mich gefragt, warum hier bei uns? – wir kennen diesen Neupriester doch gar nicht. Da haben Sie recht. Deshalb möchte ich kurz erklären, warum wir Roberto eingeladen haben, in St. Peter – und nicht im Missionshaus St. Paul – mit uns die Hl. Messe zu feiern.

Wir haben am 11. Mai – mit Erstkommunion und Muttertag – den Weltgebetstag der Geistlichen Berufe gefeiert, der in diesem Jahr unter dem Thema stand: "Dem Evangeliumein Gesicht geben". Wir leben als Kirche in Deutschland und Europa in einer epochalen Zeitenwende. Neben vielen anderen Veränderungen stellen wir – klagend oder realistisch – fest, dass bei uns die geistlichen Berufungen sehr stark zurückgegangen sind – und auch noch zurückgehen. Deutschland selbst ist zu einem Missionsland geworden. Nach einem Dokument der Deutschen Bischofskonferenz leben wir in einer "Zeit der Aussaat". Um diese Aufgabe angemessen erfüllen zu können, müssen wir besonders "auf den Geist hören" (so das Leitwort des Generalkapitels 2000 der Steyler Missionare) und dürfen uns nicht ängstlich verschließen, wie die Jünger nach der Erfahrung der Kreuzigung Jesu. Sie fanden erst ihren Weg nach "draußen", als der pfingstliche Geist sie beseelte und aussandte. Menschen aus aller Welt wurden damals von diesem Geist erfüllt. Die Apostel ließen sich von ihm in "alle Welt" aussenden, um das Evangelium Gottes allen zu verkünden.

Missionare gelangten im Laufe der Zeit "bis an die Grenzen der Erde" – heute wieder sogar nach Europa. Die Theologie hat immer an dem universellen Anspruch des Evangeliums festgehalten, und darum ist auch Mission nicht in unsere Beliebigkeit gestellt; sie bleibt ein wesentlicher Auftrag der Kirche. Sie darf sich weder national noch kontinental abschließen. Dies haben vor allem auch die internationalen Missionsorden deutlich gemacht und zu leben versucht. Missionarinnen und Missionare aus anderen Lokalkirchen und Kulturen können und sollen dazu ihren Beitrag leisten; sie sind nicht hierhin gekommen, um einfach nur Löcher zu stopfen .... sondern sie machen diese universelle Sendung und Katholizität der Kirche deutlich.

Dies geschieht eben nicht nur abstrakt in theologischen Konzepten, sondern ganz konkret z. B. in der Person dieses jungen Missionars und Neupriesters.

Danken wir mit ihm Gott für diese Berufung und für sein "Ich-bin-bereit" – konkret hier in Deutschland in seinem missionarisch-priesterlichem Dienst als Steyler Ordenschrist.

Roberto, dir herzlichen Glückwunsch und Gottes Segen für dein Wirken!

P. Heinz Schneider SVD, Pastor

Roberto Alda jr. SVD

Geboren: 18.08.1969 in Cebu-City/Philippinen
Postulat
: 1994 Tagaytay
Noviziat
: 1995 Catapan
Studium der Theologie
: in St. Gabriel/Österreich
Ewige Profess
: 29. 09. 2000
Diakonenweihe:
Dezember 2002 / Trier
Diakonatspraktikum
: Lebach/Saarland
Priesterweihe
: 1. Juni 2003 / St. Augustin bei Bonn durch Bischof Dr. Heinrich Mussinghoff/Aachen
Missionsbestimmung
: Süddeutsche Provinz der Steyler Missionare

 

 

 


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