Ach, Herr, wenn dies doch auch für uns heute wieder
erfahrbar würde! Frieden für alle Menschen. Keine unsinnige Gewalt mehr!
Warum sind wir Menschen so uneinsichtig? Warum meinen wir immer, der
andere müsste nachgeben und zurückstecken? Warum rechnen wir immer
wieder alte Schulden und Sünden auf – und nehmen uns damit die Chance,
eines Neuanfangs? "Da trat Petrus zu ihm und fragte: Herr, wie oft
muß ich meinem Bruder vergeben, wenn er sich gegen mich versündigt?
Siebenmal? Jesus sagte zu ihm: Nicht siebenmal, sondern
siebenundsiebzigmal. (Mt 18,21-22) – das heißt übersetzt und meint:
immer wieder!
Aber das kannst du doch nicht ernst gemeint haben,
Herr. Das müssen wir doch anders verstehen. Unser Leben und unsere Welt
richten sich nach anderen Gesetzen. Das, was du da meinst oder vorhast,
mag für eine andere Welt, einen anderen Planeten gelten – nicht für
uns! - - - - - - - - -
Trotz dieses Gebotes Jesu, liebe Schwestern und
Brüder, erleben wir heute soviel Hass und Streit, unsinniges Morden, ja
Krieg. Angesichts dieser Gewalt fühlen wir uns oft machtlos, unfähig,
die anstehenden Probleme zu lösen – auch unmittelbar bei uns im Land.
Warum finden Menschen sich nicht überall zusammen, besonders dort, wo sie
sich tagtäglich mit dem Friedensgruß "Shalom" oder
"Salam" begrüßen – in der Stadt des Friedens
"Jerusalem"?
Mit denen, mit den Menschen in Israel und Palästina,
die davon so unmittelbar betroffen sind, wollen auch wir uns im
Friedensgebet verbinden.
Dort in Bethlehem, wo der "Friedensfürst"
geboren wurde, schreit die Klage des Psalmisten auch heute noch zum
Himmel: