Liebe Mitchristen,

einem Missionar einer Buschkirche in Neuguinea fiel ein Mann auf, der immer nach der Sonntagsmesse noch lange Zeit in der Kapelle auf dem Balken knien blieb, den man dort anstelle der Kniebank gebrauchte. Es war ein einfacher Mann, der nicht lesen konnte. Er hatte auch kein Gebetbuch in der Hand; er schaute nur mit vor der Brust gekreuzten Armen zum Altar, der längst abgeräumt und leer war.

Eines Tages nahm sich der Missionar ein Herz, ging zu dem Mann und fragte ihn, was er denn die ganze Zeit tue. Der antwortete lächelnd: "Ich halte meine Seele in die Sonne."

In diesem tropischen Land liebe Mitchristen, gibt es sicher mehr Sonnenschein draußen in der Natur als in einer Kapelle. Trotzdem saß er dort in der Kappelle um seine Seele von der Sonne bescheinen zu lassen. Er meinte wohl eine andere Sonne, als die, die unseren Planeten bescheint.

Er ließ sich bescheinen von der Sonne, die eben dort in der Kapelle schien – von der Sonne des Lebens, vom Licht der Welt, von Jesus Christus!

IHM hielt er seine Seele hin und ließ sich von IHM erwärmen und erfüllen.

Das Licht des Lebens, das Licht der Auferstehung, Jesus Christus, die Sonne scheint nicht nur in jener Kapelle in Neuguinea. Dieses Licht scheint auch in unseren Kirchen hier vor Ort.

Ich fände es schön, liebe Mitchristen, wenn wir ab und zu einmal tun würden, was jener Mann der kleinen Anekdote tat, uns vor den Altar beziehungsweise vor den Tabernakel knien oder setzen und unsere Seele in die Sonne halten würden. Ich glaube, damit gäben wir Jesus eine Chance uns zu erwärmen mit seiner Liebe uns seinem Leben.

Dann würde das Osterfest, das wir jetzt gefeiert haben, nicht nur ein Fest im Kalender, sondern gäbe uns Wärme und Kraft für unseren Alltag.

Ich denke, wir alle brauchen die Kraft dieser göttlichen Sonne in unseren Herzen:

unsere Kommunionkinder, wenn sie in diesen Wochen zur Erstkommunion gehen - und wir alle, wenn wir uns an die Gestaltung der Zukunft unserer Kirche machen und das "Projekt 2020", von dem Dechant Halffmann im letzten Pfarrbrief sprach, umzusetzen versuchen. Zu der öffentlichen Pfarrgemeinderatssitzung zu diesem Thema in Altrich, sowie zu den Informationsveranstaltungen in den beiden anderen Pfarreien lade ich ganz besonders herzlich ein. Die Termine finden Sie unter dem "Schwarzen Brett".

Für jetzt wünsche ich Ihnen noch einmal eine helle Osterzeit, dass es Ihnen gelingt, Ihre "Seele in die Sonne" zu halten.

Gottes Segen in Fülle wünscht

Ihr/Euer Pastor
Thomas Barton

 

 

 

 


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