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Liebe Gemeinde,
in vielen
Kritiken zu dem Passionsfilm von Mel Gibson wurde bemängelt, dass die
ausführlichen Darstellungen der Folterqualen Jesu die Grenzen des
Erträglichen überschritten und die Botschaft des Evangeliums auf die
letzten zwölf Stunden im Leben Jesu reduziere. Es stimmt wahrscheinlich
auch, dass viele Kinogänger die Passionsgeschichte und ihre
theologische Bedeutung für den Glauben nicht angemessen beurteilen
können. Der Film kann aber eine wichtige, persönliche
Auseinandersetzung mit dem Thema des Leids, mit Tod und Erlösung
anstoßen. Haben wir nicht im Laufe der Zeit Kreuz und Leid Jesu allzu
"distanziert" oder rein "kultisch-liturgisch"
gesehen? Trifft und berührt es uns wirklich, dass Jesus
"verspottet, gegeißelt, gefoltert und gekreuzigt wird" -
"ans Kreuz geschlagen" und "umgebracht" wurde (Mt.
20,19; Joh 19,23; Apg 2,23)? Die brutale Gewalt und die Menschen
verachtende Folter, die Blut überströmte Gestalt Jesu – all dies
schockiert. Wir wenden uns ab. Man kann das nicht mit anschauen, nicht
einfach "wegstecken". Es gibt doch mehr als genug Leid und
Elend in der Welt.
Freilich wird die
Botschaft des Evangeliums (= Frohe Botschaft) erst da deutlich, wo auch
von der Auferstehung und ihrer Heilsbedeutung für alle Menschen
gesprochen wird. |
Davon müssen wir
als Christen auch überzeugt sein und daran glauben, das heißt uns
daran festmachen. Was hinter all dem Leid und dem Wirken Jesu verborgen
ist, ist doch: Gott ist in Jesus Christus wirklich Mensch geworden, ohne
dabei sein Gott-Sein aufzugeben. Er hat alles menschliche Leid und Kreuz
zwar nicht aufgehoben oder beseitigt, aber ihm einen neuen Sinn gegeben,
nämlich den der Erlösung.
Bischof Wanke
bemerkt dazu: Dieses Leiden (Jesu) ist erlösend nicht durch die dabei
erlittenen Qualen, sondern durch den, der hier leidet. – Die Person
Jesu Christi ist also das wirklich unterscheidend und entscheidend
christliche unseres Glaubens. Deshalb sagt unser Glaube auch, dass
Menschen, die leiden, ihr Leid mit dem Leiden Jesu "verbinden"
können und ihm so eine neue Bedeutung geben.
An Ostern feiern
wir diese Liebe Gottes, die über den Tod hinaus geht und für immer
hält. Er, der für uns Gekreuzigte, ist wahrhaft auferstanden und LEBT!
Im Namen des
Pastoralteams: allen ein gesegnetes und frohes Osterfest!
Ihr / Euer
Pastor P.
Heinz Schneider SVD |