Das eine Kreuz Jesu Kreuz-Kollage – und die vielen Kreuze in unserer Welt

 


Nie die Hoffnung aufgeben, immer wieder das Gespräch suchen; den anderen nicht verurteilen, sondern ihm vielmehr neue Chancen ermöglichen, damit er sich bekehre und wandle – das, liebe Gemeinde, war wohl ein Lebensprinzip Jesu. So begegnete er allen Menschen, ohne Ansehen der Person. Darin drückte sich auch seine Gottheit aus. Er wußte um den Wert jedes Menschen, wer und was er war. Aber er nahm genau so wahr, was diesen Menschen im innersten seines Herzens bedrückte oder immer wieder versagen ließ. Die Augen der anderen sahen (fast) nur das Äußerliche. "Wer hat gesündigt? Er oder seine Eltern?", fragen die Jünger Jesu in der Begegnung mit dem Blinden (Joh 9,2).

So war der Grund für Krankheit, Not und Elend für sie erklärbar, und es gab auch immer einen Schuldigen. Die einen hatten somit selbst Schuld auf sich geladen, die anderen hatten halt Pech gehabt und mussten nun deren Folgen tragen.

Ich frage mich des öfteren, haben wir eigentlich dieses ("alt-testamentlich") festgelegte Denken überwunden? Wenden nicht auch wir in den Grenzerfahrungen von Leid und Tod oft dieses Erklärungsmodell an - vielleicht aus Hilflosigkeit und Angst? Aber die Angst ist ein schlechter Ratgeber, sagt der Volksmund. Sie kann uns blockieren. Sogar Jesus selbst – so berichtet uns die Hl. Schrift – hat Angst gehabt: Und er betete in seiner Angst noch inständiger, und sein Schweiß war wie Blut, das auf die Erde tropfte. (Lk 22,44)

Dieser Text macht mich immer wieder betroffen, denn er zeigt mir Jesus, der wirklich Mensch war – einer von uns – und der darum auch mitfühlen konnte, weil er mit und für uns gelitten hat. "Blut" ist wohl eine Chiffre für das Leben selbst, d. h. er hat sein eigenes Leben bis an die äußersten Grenzen hin riskiert und hingegeben – und so für uns neues Leben erwirkt.

Erwartet Gott diese Hingabe auch von uns? Sollen wir etwa unser Leben opfern, damit andere Leben können? Darauf gibt es kein einfaches Ja. Denn wir erleben ja zur Zeit wieder mit Schrecken, wie Menschen ihr Leben "opfern" oder "geopfert" werden, um ein bestimnmtes Ziel zu erreichen, einer Ideologie wegen, die sogar noch mit dem "Willen Gottes" übereinstimmen soll. Das kennen wir Christen leider auch aus unserer leidvollen Geschichte. Das Böse und Menschen verachtende in unserer Welt können und dürfen auch wir Christen nicht ignorieren oder verharmlosen. Wir dürfen auch nicht so naiv meinen, das Böse in unserer Welt werde sich schon irgendwie geben und ändern. Aber wir dürfen auf der anderen Seite – wie es der Papst in der letzten Zeit immer wieder betont und die Verantwortlichen beschworen hat – auch nicht den Dialog aufgeben, sondern müssen nach friedlichen Möglichkeiten suchen, um die schwerwiegenden Konflikte zwischen den Völkern und den politisch Verantwortlichen friedlich zu lösen - und nicht in der Anwendung von Gewalt das Heil zu suchen. – Jesu Botschaft und sein Kreuz sind dafür der beste "Beweis". "Steck dein Schwert in die Scheide; denn alle, die zum Schwert greifen, werden durch das Schwert umkommen." (Mt 26,52)

Liebe Schwestern und Brüder, rufen wir darum den vielen, die mitunter als Träumer dargestellt werden, weil sie den Frieden und menschenwürdige Lebensbedingungen für alle fordern, ermutigend zu:

Christus hat den Tod überwunden. Er ist auferstanden und lebt!

 

Im Namen aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in unserer Seelsorgeeinheit
wünsche
ich Ihnen/Euch ein gesegnetes Osterfest und Frieden für alle Menschen.

Ihr/Euer Pastor P. Heinz Schneider SVD

 

 

 


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