Kreuzdarstellung L a n g    i s t    e s    h e r ....

Erinnern wir uns noch an diese Kreuzesdarstellung und was ich dazu geschrieben hatte? – Nun, ich selbst musste auch nachschauen und mir wieder ins Gedächtnis holen, dass da von einem Straßenprediger die Rede war und von Ausländern und Fremden. Passierte nicht etwas Ähnliches damals in Jerusalem, als dieser Jesus von Nazareth schließlich gekreuzigt und beerdigt wurde und seine "Sache" damit zu einem vorschnellen und grausamen Ende gekommen war? Befanden sich da nicht auch viele Fremde in der Stadt, die zum Fest gekommen waren und dann Zeugen einer grausamen Hinrichtung wurden?
Und da waren noch die Leute, die diesem Jesus nachgefolgt waren, die auf ihn all ihre Hoffnung gesetzt hatten, dass er Unterdrückung und ungerechte Herrschaftsstrukturen abschaffen würde; dass er ihnen weiterhin die Schrift und die Gebote erklärte, wie es sonst niemand verstand – auch nicht die Schriftgelehrten und Priester; dass er fortführe, Zeichen einer wirklich neuen Welt zu setzen, in der Menschen geheilt wurden und neuen Lebensmut bekamen. -

Nichts von alledem! Aus! Es geht weiter wie eh und jeh! All diese Hoffnungen scheinen mit dem Begräbnis Jesu auch begraben worden zu sein. Die an der Macht sind, werden weiter Macht ausüben. Die zu den Benachteiligten und Ausgeschlossenen gehören, sie werden weiter den Kürzeren ziehen und nur noch tiefer in die Misere geraten.

Vielleicht haben sich die Jünger und Anhänger Jesu gefragt: Was hat das alles denn schließlich gebracht, Ihm nachzufolgen, auf Ihn zu vertrauen und sich damit selbst religiös und gesellschaftlich ins Abseits zu bringen, gebranntmarkt zu sein: "Bist nicht auch du einer von seinen Jüngern?" Da schien es schon vernünftiger, sich kleinlaut zurückzuziehen; sich so zu verhalten, als ob man nichts damit zu tun hätte ....

Und wie geht es uns damit, liebe Schwestern und Brüder? Haben auch wir unsere Träume von einer besseren Welt begraben, in der unsere Glaubensüberzeugungen Richtschnur sein wollten für ein wirklich christlich-menschliches Miteinander?

Vielleicht hat sich ja seit dem letztjährigen Osterfest überhaupt nichts geändert – vielleicht gab es hier und da Ansätze und Versuche auf Veränderung hin – vielleicht gab es nur einen Augenblick, der so etwas wie das österliche Licht aufstrahlen ließ – aber das wäre, so glaube ich fest, doch ein Grund, weiterhin an diesen Jesus von Nazareth und seine Auferstehung zu glauben, sich an IHM festzumachen und sich nicht von den leider existierenden vielen Zeichen des Todes entmutigen, ja ent-mündigen zu lassen. Tun wir unseren Mund auf!

Rufen wir den vielen Orientierungslosen und Suchenden auch heute freudig und ermutigend zu: Christus ist von den Toten erstanden! Er lebt! Halleluja!

Auch im Namen aller engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
in unserer Seelsorgeeinheit wünsche ich allen diese österliche Erfahrung -
so dass auch wir heute wieder seine Zeugen sein können.
Ihr Pastor P. Heinz Schneider SVD

 

 


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