Fasten – jeder kennt es. Essen am Tag und Fasten in der Nacht
gehören ebenso selbstverständlich zu unserem Lebensrhythmus wie das
instinktive Fasten im Fieber oder manch anderer Krankheit.
Dabei ist diese "Fastenzeit" eine Zeit, in der sich der
Mensch intensiv mit sich selbst beschäftigt, mit seinem Stoffwechsel,
mit der Bekämpfung von Krankheitsherden und der Ausscheidung von
Giftstoffen.
Die Fastenzeit – für manchen angestaubtes Relikt aus dem
Mittelalter – hat in einigen Formen des Fastens wieder Aufschwung:
Heilfasten, Autofasten, "sechs Wochen mit" (eine Welt
Produkten), Exerzitien im Alltag ... erfreuen sich seit einigen Jahren
zunehmender Beliebtheit. Die Motivation zum Fasten ist für die
Fastenden dabei ganz klar der Gewinn, den sie für sich, ihre
Mitmenschen und ihre Umwelt haben:
- die Zufriedenheit, die sich einstellt, wenn ich durch Verzicht auf
einige Dinge deren Wert wieder richtig schätzen lerne und evtl.
sogar anderen damit helfe
- die Freiheit, die ich spüre, wenn ich mich aus meinen
Abhängigkeiten für einige Zeit lösen kann
- die Ruhe, die in mir aufkommen kann, wenn ich Unwesentlichem
weniger und Wichtigem mehr Raum in meinem Leben gebe
Sich ab und zu zurückziehen vom normalen Alltagstrubel, Einkehr
halten, sich in die Unsicherheiten und das Wagnis solcher
"Wüstenerfahrungen" zu begeben und Gewinn aus dem Verzicht zu
ziehen, das ist die Frohe Botschaft für diese Zeit. "Kehrt um und
glaubt an das Evangelium", an seine befreiende, erlösende Kraft!
Dorothea Berresheim, Gemeindereferentin