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Ist diese Seligpreisung nicht ein nur
schöner, aber unerfüllbarer Traum, liebe Gemeinde? Hat Jesus damit
nicht vielleicht andere Wesen gemeint, aber keineswegs uns hier auf
dieser so unfriedlichen Welt – gestern und auch leider heute noch?
Im Alten Testament fand ich 207
Stellen (im Neuen dagegen nur 26), an denen von "Gewalt" die
Rede ist! "Diesen oder jenen in seine Gewalt bekommen" oder
"aus der Gewalt des Fremden befreien..."
Wie erschreckend wahr ist auch heute
noch die Feststellung: "Der Reiche hat die Armen in seiner Gewalt,
der Schuldner ist seines Gläubigers Knecht." (Spr 22,7) Wir
dürfen dabei nicht nur an Einzelpersonen denken, sondern auch an
Völker und Nationen, an Multinationale Unternehmen mit ihren
undurchschaubaren ökonomischen und politischen Vernetzungen.
Wie anders mutet dagegen das Gebet in Psalm 59,17 an:
"Ich aber will deine Macht besingen, will über deine Huld jubeln
...". Die Macht Gottes steht für den Beter über der Gewalt und
dem Machtdünken der Menschen. Allein sie ist schöpferisch, nicht
zerstörerisch, seit Anbeginn der Welt. Gott sprach – und es wurde und
geschah. Sein Wort hat Macht.
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Und bei uns? Wie viel Gewalt begegnen
wir in Familie, im Beruf, in der Öffentlichkeit! Manchmal fällt es uns
gar nicht mehr auf, wie "gewaltsam" wir miteinander umgehen.
Das mag ja stimmen. Aber, so fragt sich mancher, was habe ich damit zu
tun, wenn es im Nahen Osten immer wieder zu Gewalttaten kommt? Immer
neue Vergeltungsakte folgen! Oder welche Schuld trifft mich an der
politischen und sozialen Misere in Afrika, Asien oder Lateinamerika?
Ich glaube, als Christen müssen wir
uns diesen Fragen stellen.
Jesus war kein Sozialrevolutionär und
er hat auch keine spektakulären Aktionen veranstaltet (die Austreibung
der Händler im Tempel von Jerusalem kann man wohl dafür nicht
anführen), aber er ist den Konflikten seiner Zeit nicht ausgewichen.
Die Seligpreisungen geben eine
Alternative an, die den üblichen Strukturen einer Welt "ohne
Gott" nicht entsprechen. Nicht der Stärkere und Mächtigere wird
selig gepriesen, sondern wer sich ganz auf die Seite Gottes stellt.
Eines Gottes, der die Kleinen und Schwachen liebt – ja sogar
bevorzugt, wie es scheint. Der weiß, dass gerade sie seiner besonderen
Liebe und Zuneigung bedürfen.
"Frieden als TATsache" – eine
Anregung auch für uns? |