Wengerohr....."Helau".... Platten....."Helau"..... Altrich......"Helau"..!!!

Die Altricher Möhnen hatten unseren Pastor und mich zu einem närrischen Nachmittag eingeladen. Es war wunderbar. Alle freuten sich sehr. Viele erkennt man wegen des Verkleidens nicht mehr: Sie machen sich selbst für andere unauffindbar und unsichtbar.

Beim Karneval spielt Lachen eine große Rolle. Jeder Mensch hat die Fähigkeit zum Lachen. Wer lacht, strahlt frohe Herzensheiterkeit und innige Glückseligkeit aus. Man braucht das Lachen. Es hilft, uns Freunde zu machen. Lachen steckt an, schafft Frieden, verbindet wieder, was geschieden ist. Lachen in der Politik drängt den Völkerhass zurück, schafft Entspannung, glättet Wogen und schlägt Brücken zwischen den Herzen, lässt Krieg und Schmerzen vergessen. Lachen ist Medizin. Drum habt Humor Schwestern und Brüder, lacht immer wieder in der schönen Fastnachtszeit! Obwohl der Euro zu teuer ist, kostet das Lachen nichts. So wird die Narrenzeit eine Zeit der Fröhlichkeit und des Glücks. Deswegen wünsche ich Ihnen, liebe Gemeinde, ein frohes Karnevalstreiben: brechen Sie aus den Gewohnheiten aus und stellen Sie sich blind für sich und andere durch ihre Verkleidungen. Dann sehen sie das Leben und die Welt neu!

Lachen, Feiern und Gemeinschaft sind gut, sie gehören zum Menschen wie das Weinen und Traurigsein. „Jedes hat seine Zeit", sagt der alttestamentliche Prediger. Nach dem Trubel des Karnevals fangen wir die Fastenzeit mit dem Aschermittwoch an. Will die vierzigtägige österliche Bußzeit den Humor, die Freude, das Genießen verdrängen? Auf gar keinen Fall. Sie lädt uns vielmehr ein zu bedenken, was in unserem Leben Neben- und was Hauptsache ist, was vorübergehend und was von Dauer ist. Sie lädt uns ein zu genießen mit dem kleinen Löffel und uns die Gaben der Schöpfung auf der Zunge zergehen zu lassen. Sie macht uns bewusst, wie wertvoll und begrenzt unsere Zeit ist. Vom Aschenkreuz gehen zwei perspektivische Hinweise aus: zum einen erinnert es an das Ende unseres irdischen Weges. „Denk daran, Mensch, dass du Staub bist und wieder zum Staub zurückkehrst." Memento mori. Zum anderen verheißt das Sich darauf einlassen unvergängliches Leben, ein Wiedersehen mit unseren Angehörigen und Freunden bei Gott. In diesem Fall soll die Fastenzeit nicht nur der Vorbereitung auf das Osterfest dienen, sondern erinnert uns auch an unsere Berufung zum ewigen Leben in Gottes Herrlichkeit.

Allerdings heißt Fastenzeit nicht nur, auf die eine oder andere Zigarette, auf Bier, Wein, Schokolade, Fleisch zu verzichten, sondern: sich mit seiner persönlichen Lebenswirklichkeit auseinander zu setzen, einen neuen Anfang zu versuchen. Was ist mein ganz persönlicher Schwerpunkt? Die Fastenzeit kann zu einer Trainingsphase für meine Grundhaltungen werden. Wir wollen uns Zeit nehmen, wieder zur Tiefe des Lebens finden, wo wir Gott begegnen. Durch Gebet, Fasten und Nächstenliebe wollen wir unser Herz läutern und uns mit Gott versöhnen. Aber die Versöhnung mit Gott beginnt damit, dass ich mich mit mir selbst aussöhne, mich annehme. Ein Gedicht von einem unbekannten Verfasser beschreibt den Weg dahin:

„Sag Ja zu Dir, so wie Du bist.
Nur wer barmherzig mit sich ist, ist’s auch zum anderen neben sich.
Gott will, dass Du ihn liebst wie Dich!
Sei gut zu dir und nimm Dich an.
Nur, wer sich selber lieben kann, liebt auch den andern neben sich.
Gott will, dass Du ihn liebst wie Dich!
Entdecke Dich und Deinen Wert.
Nur wer die eignen Gaben ehrt, ehrt auch den andern neben sich.
Gott will, dass Du ihn liebst wie Dich!
Vergib Dir Fehler und Fragment.
Nur wer die eignen Grenzen kennt, vergibt dem andern neben sich.
Gott will, dass Du ihn liebst wie Dich!

Gott nimmt Dich an und ist Dir gut.
Gib weiter, was er Gutes tut, an Deinen Nächsten neben Dir.
Dann wird aus ich und Du ein Wir."

 

Ihr P. Fidelis Regi Waton SVD

 

 


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