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Liebe
Gemeinde,
am Anfang des Jahres den Segen Gottes für unsere Häuser und
Familien zu erbitten, ist ein alter Brauch, der von manchen erst
wieder neu entdeckt wurde.
"CHRISTUS
MANSIONEM
BENEDICAT" –
"Christus segne
dieses Haus" haben die Sternsinger wieder an unsere
Haustüren geschrieben. Wir machen damit auch für andere
deutlich, dass wir den Segen Gottes brauchen – und dass er auf
alle herab kommen soll, die in diesem Haus wohnen und ein- und
ausgehen. Dort, wo wir zuhause sind, wo sich unser Leben, unser
Miteinander, unser Sorgen und Leiden, aber auch Freude und
Erfüllung abspielen, da soll Gott mit dabei sein – und dies
alles beschützen. Wer über das Sichtbare und Machbare hinaus
noch eine "andere Wirklichkeit" für möglich und
wichtig hält, der nähert sich bewusst oder unbewusst dem Grund
seines Lebens. Es ist, als wenn jemand in einen tiefen Brunnen
schaut, aus dem er Wasser schöpft, das man sonst nicht erhalten
und auch nicht kaufen kann. Es wird uns geschenkt – damit auch
wir andere damit beschenken. |
Wie vielen Menschen fehlt heute ein Dach über dem Kopf oder ist ihnen zerstört worden?
Wie viele werden auch in diesem neuen Jahr in den Riesenstädten
unserer Welt obdachlos und ohne Arbeit sein – aber auch bei
uns hier -; wie viele bekommen nichts vom Segen des Fortschritts
der anderen mit. Ist es (allein) ihre Schuld? Oder sind wir
nicht alle in gewisse Unrechtsstrukturen mit verwickelt, ohne
uns dessen bewusst zu sein oder auch nur wissen zu können?
Gerade hier sind wir als Christen gefordert; sind wir
aufgerufen, für andere zum Segen zu werden, den man konkret
erfahren kann in Solidarität und Liebe.
Wenn Gott also unser Haus segnet, d. h. eigentlich mehr die Menschen, die
dort wohnen, kann das nicht heißen, dass für andere nichts
mehr übrig bleibt. Im Gegenteil: der Segen soll auch anderen zu
teil werden.
So
möchte ich uns allen wünschen, dass jeder von uns und unsere
Gemeinde für alle Menschen zu einem Segen werde, der von
Christus, dem menschgewordenen Gottessohn ausgeht.
Ihr
Pastor P. Heinz Schneider SVD |