Christus zieht alle an"Es wird wieder über Gott gesprochen"

Diese Bemerkung, liebe Gemeinde, las ich vor kurzem in einer Tageszeitung. Der Autor bezog sich auf die vielen positiven Äußerungen über das Christentum und seine Wertvorstellungen, die zu Weihnachten in den großen Zeitungen veröffentlicht wurden. Als Christen dürfen wir uns wohl darüber freuen und wieder einen Hoffnungsschimmer am Horizont entdecken. Es ist ja nicht selbstverständlich, dass in unserer doch vorwiegend säkularisierten Welt so etwas möglich ist. Gibt es doch viele andere und offensichtlich interessantere Nachrichten, die auf die sehr kurzlebigen Bedürfnisse vieler Menschen eingehen. Die sogenannte "Spaßgesellschaft" hat Hochkonjunktur und an ihr wird gemessen, was zählt oder wertvoll ist.

Die positive Bedeutung der Krisen

Aber gerade in einem solchen Weltbild werden Abweichungen und Krisen (z. B. Krankheit, Leid, Tod, Verlust) nur als Katastrophe gewertet. Man sucht nach Lösungen und Veränderung, erinnert sich vielleicht an frühere Zeiten und religiöse Praktiken - bis hin zu einem zaghaften Gebet und Hilferuf in Richtung Gott, der doch - wenn er existieren sollte! - jetzt eingreifen und helfen muss. Auch das Betreten einer Kirche und ein zaghaftes, stilles Gebet scheint wieder mehr zu geschehen.

Unseren Glauben anderen anbieten

Wenn nun ein solches Gottesbild als opportunistisch und falsch kritisiert werden kann, so dürfen wir als Glaubende, die doch auch auf dem Weg sind und die Wahrheit nicht gepachtet haben, eine solche Gelegenheit als missionarischen Ansatzpunkt sehen, wo unser persönliches Glaubenszeugnis gefordert ist. Können die Fragenden und Suchenden an unserem Leben ablesen, dass es hinter all dem Guten und Schönen, aber auch dem Leid und Elend einen persönlichen und liebenden Gott gibt, der sich um den Menschen sorgt, und der will, dass wir seine Liebe auch für andere erfahrbar machen? (vgl. 1 Joh 4, 7-21)

So liegt es auch an uns, ob unser Glaube als glaubwürdig und Kirche als "anziehend" gesehen und erlebt werden, wo es sich lohnt, "mal reinzuschauen" oder sogar mitzumachen.

Erst wenn man "in = drin" ist, kann man das Ganze angemessen beurteilen. Bauen wir darum Brücken, damit nicht nur über Religion und Gott wieder geredet wird.

Übrigens:

Jesus braucht keine Bewunderer oder Zuschauer, sondern Menschen, die bereit sind ihm nachzufolgen. "Kommt und seht!"

Ihr Pastor
P. Heinz Schneider SVD

 

 

 


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