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Angelus
am 17. Februar, 1. Fastensonntag
Sieg des
Heilands über die Versuchung durch den Satan
Liebe
Brüder und Schwestern!
1. Am
vergangenen Mittwoch haben wir den Bußweg der Fastenzeit mit dem
symbolträchtigen Ritus der Auflegung des Aschenkreuzes begonnen. Diesem
Ritus, der in der biblischen Tradition wurzelt, kommt in der Volksfrömmigkeit
große Bedeutung zu. Die Asche erinnert uns an die Hinfälligkeit
unseres irdischen Daseins und veranlaßt uns, auf Christus zu schauen,
der uns durch seinen Tod und seine Auferstehung von der Sklaverei der Sünde
und des Todes losgekauft hat. In dieser tiefen inneren Haltung machen
wir uns auf den Weg zum Osterfest und halten unser Herz offen für die
eindringliche Aufforderung des Herrn: "Kehrt um, und glaubt an das
Evangelium" (Mk 1,15).
2.
Heute, am ersten Fastensonntag, wird in der Liturgie erneut der
beeindruckende Abschnitt des Evangeliums über die Versuchungen Jesu
gelesen: "In jener Zeit wurde Jesus vom Geist in die Wüste geführt;
dort sollte er vom Teufel in Versuchung geführt werden" (Mt 4,1).
Die Sendung des Heilands beginnt in der Tat mit seinem Sieg über die
dreifache Versuchung durch den Fürst des Bösen.
"Weg
mit dir, Satan!" (Mt 4,10). Die unbeirrte Haltung des Messias ist für
uns ein Vorbild und eine Aufforderung, ihm mit mutiger Entschlossenheit
nachzufolgen. Der Teufel, "der Herrscher dieser Welt" (Joh
12,31), setzt sein hinterlistiges Treiben auch heute fort. Jeder Mensch
wird nicht nur von der eigenen Begierde und vom schlechten Beispiel der
anderen versucht, sondern auch vom Satan, und zwar besonders dann, wenn
er sich dessen am wenigsten bewußt wird. Wie oft gibt er leichtfertig
den trügerischen Verlockungen des Fleisches und des Bösen nach und
erlebt dann bittere Enttäuschungen! Man muß wachsam bleiben, um
umgehend auf jeden Angriff der Versuchung zu reagieren.
3.
Die Kirche als erfahrene Lehrerin der Menschlichkeit und Heiligkeit
zeigt uns alte und immer neue Mittel für den täglichen Kampf gegen die
Einflüsse des Bösen: das Gebet, die Sakramente, die Buße, das
aufmerksame Hören des Gotteswortes, die Wachsamkeit und das Fasten.
Beschreiten
wir den Bußweg der Fastenzeit mit stärkerem Engagement, damit wir
bereit werden, jede Verführung des Satans zu überwinden und in der
Freude des Geistes zum Osterfest zu gelangen (vgl. Tagesgebet).
Maria,
die Mutter der göttlichen Barmherzigkeit, begleite uns auf unserem Weg.
Ihr möchte ich besonders die geistlichen Exerzitien anvertrauen, die
ich heute abend im Vatikan zusammen mit meinen Mitarbeitern der Römischen
Kurie beginnen werde. Euch alle, liebe Brüder und Schwestern, bitte
ich, uns mit eurem Gebet zu begleiten, damit es fruchtbringende Tage
seien - nicht nur für alle, die daran teilnehmen, sondern für die
ganze Kirche. |